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28.05.2020

KIFA in Corona-Zeiten und danach...?!

KIFA-Koordinatorin Corinna Hämmerle aus Singen berichet über Erfahrungen mit Familien und KIFA in der aktuellen Situation und stellt Gedanken an zu "KIFA nach Corona".

  • KIFA ist ein Elternbildungsprogramm. Durch Corona waren und sind Familien besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Es ist eine nie dagewesene und völlig neue Situation, die für die Familien eine hohe Belastung und ein großes Maß an Anpassungsfähigkeiten fordert. In dieser herausfordernden Situation ist die institutionelle Betreuung für Familien fast komplett weggefallen. Obwohl natürlich Schulen und Kitas versucht haben die Familien mit ihren Bedarfen aufzufangen, Beratung anzubieten und aus der Ferne zu unterstützen kam diese Form der Hilfe nicht bei allen Familien an. Die Hürde sich in einer geschlossenen Einrichtung telefonisch Unterstützung zu holen ist hoch. Der Weg eine andere Mutter anzurufen ist für viele niederschwelliger zu begehen. Von Eltern zu Eltern Tipps und Tricks auszutauschen und sich gegenseitig Mut zum Durchhalten zuzusprechen ist daher gerade in der Krise ein wirkungsvoller Weg, um sich selbst aufzubauen und die Krise zu meistern. KIFA-Mentorinnen fällt dabei eine wichtige Rolle zu, weil sie als Schnittstelle fungieren können und die anderen Eltern bei Bedarf auch an die Familienberatung/ Leitung der Kita weiterleiten können.

  • Außerdem ist die KIFA-Mentorin in derselben Situation wie andere Eltern und kann durch den Austausch ein Gefühl von Verbundenheit herstellen. Gerade dieses fehlt den meisten Eltern in Corona-Zeiten - man fühlt sich abgeschnitten. Der Kontakt zur KIFA-Gruppe über digitale Medien oder auch zur Mentorin kann dieses Gefühl abmildern.

  • Inzwischen ist fraglich ob und wann es ein „nach Corona“ geben wird. Unser Leben wird noch längere Zeit durch Corona beeinflusst werden. Es wird also weiterhin neue und andere Herausforderungen für Familien geben. Auf Seiten der professionellen Helfer sind KIFA-Mentorinnen daher auch eine wichtige Informationsquelle bzgl. der Bedarfe von Familien. Sie sind ganz nah an deren Eltern dran, kennen ihre Sorgen und Nöte und wissen, was sie bewegt. Gerade in diesen Zeiten, wo Abstand das Gebot der Stunde ist und persönliche Kontakte deshalb nur unter Sicherheitsmaßnahmen möglich sind, scheuen sich viele Eltern den Kontakt zu professionellen Helfern zu suchen. Dadurch haben diese weniger Einblick in die aktuellen Bedarfe der Eltern. Durch die Mentorinnen können die professionellen Helfer ihre Angebote passgenauer ausgestalten, da diese als Übermittlerinnen und Vermittlerinnen (Eltern weiter verweisen an Kita und FamB) dienen können.

  • Außerdem bietet sich durch KIFA für Eltern eine Möglichkeit der Partizipation im Kindergarten. Gerade durch Corona haben wir jedoch in den letzten Monaten eine Art Kontrollverlust erlebt, der unser Leben stark verändert und eingeschränkt hat. Das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit in den Familien wieder zu stärken ist daher eine wichtige Aufgabe. KiFa bietet Eltern genau das, nämlich sich selbst im sicheren und vertrauten Rahmen so einzubringen und mit zu gestalten, dass Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und Elternkompetenzen wachsen und alle gegenseitig voneinander profitieren.

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